NEUMARKT/MÜNCHEN- Grosse Hitze und ein überschwänglicher Empfang für die erfolgreichen Olympioniken prägten die Deutschen Meisterschaften der Bogenschützen. Die Neumarkter Bogenschützen waren mit Erik Kohler, Alexander Nißlbeck und Andrea Lerzer jeweils im Achtelfinale vertreten.

 

 


Glühende Hitze von früh bis spät begleitete die über 700 Starter bei der von der Bogenabteilung des PSV München perfekt organisierten Deutschen Meisterschaft in München-Moosach. Sie verlangte neben der natürlich bei so einer wichtigen Veranstaltung vorhandenen nervlichen Anspannung den Athleten alles ab, dauert doch ein Wettkampf fünf Stunden und für die besten geht es dann in den direkten Finalbegegnungen noch weiter, so dass die Schützen am Ende bis zu acht Stunden in gleißender Sonne auf dem Rasen zubrachten.
Acht Neumarkter waren unter den 700 Teilnehmern aus ganz Deutschland und der großartige Erfolg der Deutschen Bogenschützen bei den Olympischen Spielen übertrug sich auch auf diese nationale Meisterschaft. Viele Zuschauer kamen und wollten Autogramme der Silbermedaillengewinnerin Lisa Unruh und die Neumarkter Damen bestritten ihren Wettkampf rund um die erfolgreiche Olympionikin. Für Tanja Pietz-Mraz lief bei ihrer ersten Deutschen Meisterschaft alles nach Wunsch. Sie konnte ihre Nervosität gut in den Griff bekommen und trotze der Hitze mit großem Kampfgeist. Auch wenn sie nicht in die Entscheidungen mit eingreifen konnte, so war sie mit ihrer Leistung durchaus zufrieden. Großes Pech hatte Sara Wexler: sie hatte einen schwerwiegenden technischen Defekt, die Wurfarme gaben ihren Geist auf, und so musste sie schweren Herzens den Wettkampf nach der Hälfte abbrechen, an ein Weiterschießen war mit diesem Defekt nicht zu denken. Schade, denn somit war auch ein besseres Mannschaftsergebnis in ferne Weite gerückt, die Neumarkter wurden am Ende Fünfte.
Einen guten Abschluss unter eine sehr gute Saison setzte Andrea Lerzer. Von Beginn an kämpfte sie in der Spitzengruppe mit und wurde mit Rang fünf in der Qualifikation belohnt. Eine Platzierung, mit der die erfahrenste Neumarkter Schützin überhaupt sehr zufrieden war. Im Achtelfinale war ihr an diesem Tag nach engagiertem Kampf das Glück nicht hold: sie verlor im fünften und entscheidenden Satz und konnte nicht wie erhofft ins Viertelfinale einziehen. Rang neun am Ende einer langen und auch kraftraubenden Saison waren trotzdem versöhnlich für die 46-jährige, die zeigte, dass sie der jugendlichen Konkurrenz auch in diesem Alter noch durchaus die Stirn bieten kann.
Auch Alexander Nißlbeck hat in diesem Jahr schon sehr viel erreicht und als bayerischer Meister wollte der 16-jährige natürlich zeigen, dass er auch im nationalen Bereich ein Wort mitreden kann. Dies gelang ihm zu Beginn eindrucksvoll, zwischenzeitlich führte er das Klassement sogar an. Am Ende verließ ihn ein wenig die Treffsicherheit und Platz sieben nach dem Vorkampf war immer noch eine sehr gute Ausgangsposition. Doch ihm ging es wie Andrea Lerzer: nach fünf hart umkämpften Sätzen im Achtelfinale war leider Schluss. Der Ärger darüber währte jedoch nicht lange, denn die Saison von Alexander Nißlbeck war überaus erfolgreich und zum Schluss einer aufreibenden Saison kann es schon sein, dass die Körner ein bisschen nachlassen und der Wille und die Kondition allein nicht ausreicht, außerdem ist die Konkurrenz groß und leistungsstark, insbesondere in der Jugendklasse. In der gleichen Wettkampfklasse trat das zweite Neumarkter Talent zu seinem Debut an: Erik Kohler. Er war zum ersten Mal für die Deutsche Meisterschaft qualifiziert und überzeugte auf der ganzen Linie. Platz fünfzehn im Vorkampf und damit einen Platz im Achtelfinale, das war nicht unbedingt so vorherzusehen und umso erfreulicher für den jungen Neumarkter Schützen. Gegen den Zweitplatzierten der Qualifikation hatte er dann jedoch keine Chance; der packte seine ganze Routine aus und wies Erik Kohler in drei Sätzen mit 6:0 in die Schranken.
Am Sonntag hatten die Neumarkter Bogenschützen mit den drei Altersklassenschützen Georg Girbinger, Wolfram Illner und Eduard Nißlbeck noch drei heiße Eisen im Feuer. Doch irgendwie war das kein „Neumarkter Tag“. Alle drei fanden nicht in den Wettkampf und konnten nicht wie gewohnt in die vorderen Platzierungen eingreifen. Auch in der Mannschaftswertung waren die anderen Teams stärker, aber der olympische Gedanke „Dabei sein ist alles“ bestärkte die drei Neumarkter, immerhin sind sie unter Deutschlands Besten und hatten sich für diese tolle und bestens organisierte Deutsche Meisterschaft qualifizieren und somit das Flair genießen können.
Nach einer langen und kräftezehrenden Saison legen die Neumarkter Bogenschützen nun eine Pause ein – bis auf einen Schützen: Oliver Obst hat sich dank seiner souveränen Leistungen und seinem deutschen Meistertitel im Feldbogenschießen für die Weltmeisterschaften Ende September in Dublin qualifiziert, so dass die Neumarkter noch international im Sportjahr 2016 vertreten sind.